ENTWICKLUNG DER PANZERKRÄFTE Währ- end des Kalten Krieges.

DIE KRIEGSERBE.

Als plumpe Randnotiz aus dem Ersten Weltkrieg, entwickelt um den eingeschlossenen Stellungskrieg zu durchbrechen, rollte der Panzer 1939 als relativ ungetesteter Waffentyp in den Zweiten Weltkrieg. Die Umsetzung war in den kriegführenden Ländern sehr unterschiedlich, aber die deutschen Blitzkriegskampagnen zeigten früh, was konzentrierte Panzereinheiten im Zusammenspiel mit der Flugzeugunterstützung erreichen konnten.

Sechs Jahre später hatte die Panzerwaffe eine monumentale technologische und taktische Entwicklung durchgemacht. Und an Brennpunkten wie Hannut, Brody, El Alamein, Kursk, den Ardennen und Berlin hatte das Kampffahrzeug mit seiner Mobilität und Effekt längst seine taktische Bedeutung gefestigt, die die Prinzipien der Kriegsführung veränderte und für den Kriegsausgang in Europa entscheidend wurde.

Zu den Nationen, die daraus blutige Erfahrungen machten, gehörte die Sowjetunion, die, neben massiven materiellen und menschlichen Kosten aus dem Krieg kamm, als die materiell überlegene und Panzer- Taktisch klügste hervorging. Und wie hier betont sie seine Prinzipien für eine bevorstehende durchführung von Kriegskonflikten mit massiven Panzerkräften und mobilisierter mechanischer Infanterie.

Panzerkräfte als strategischer Faktor

Es war jedoch erst am Ende des Krieges und zu Beginn des Kalten Krieges, dass gepanzerte Einheiten zu der entscheidenden strategischen Dimension ihrer bereits anerkannten taktischen Rolle hinzugefügt wurden.

Die Linien zwischen den Militärgütern des Ost- und Westblocks waren nirgends schärfer als in Europa. Der Kontinent wurde zum Brennpunkt der Reibung zwischen den entgegengesetzten Ideologien und Gesellschaftsmodellen und beherbergte auch die langgestreckten physischen Grenzen der Blöcke.

Die Geographie Nordeuropas machte die Gefahr eines direkten Landkriegs real, als sich die Parteien von den Prinzipien der ultimativen atomaren Weltuntergangsszenarien abwandten und sich an konventionelleren Kampfformen wandten.

Vor allem im europäischen Kontext war es daher unter den Militärplanern der NATO (Organisation des Nordatlantikvertrags) und seitdem innerhalb des Warschauer Pakts (WAPA) der Pedant der sozialistischen Länder, dass der Panzer und die Panzerkriegsführung in zahlreichen, schnellen und unabhängigen Mechanisierten Einheiten als Hauptbedrohung für die Blöcke in Europa galten, und als kriegsgewinnender Faktor im bevorstehenden konventionellen Landkrieg in Europa angesehen wurde.

Das Panzer-anzahl-Verhältnis blieb bis zum Ende des Kalten Krieges eine feste militärische Kraft in Europa und ein wichtiger Teil der Rhetorik zwischen den Blöcken.

In der Folge wurde der Waffentyp von beiden Seiten zum Gegenstand massiver Organisation und strategischer als taktische Planung. Darüber hinaus wurden die erwarteten Kampfszenarien, insbesondere in den Offensivplänen der WAPA-Länder, in großem Umfang ausgeübt, wobei Dänemark und Skandinavien als ausgewiesene Schlachtfelder in den kommenden Frontabschnitten vorgesehen waren

Technologische Entwicklungen

Der materielle Fokus des Westens lag im Allgemeinen auf den qualitativen und des Ostblocks auf den quantitativen Vorteilen, eine Priorität, die sich direkt aus den Militärdoktrinen der jeweiligen Verteidigungsallianzen und ihren verfügbaren Ressourcen ergab und die in allen Arten von Waffen zu sehen war. In den Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg und bis zur Auflösung des Ostblocks im Jahr 1991 blieb dieses „Verhältnis von Quantität und Qualität“ eines der wichtigsten militärischen Waffengleichgewichte im Wettrüsten und wurde ebenso wichtig zu schätzen und aufrechtzuerhalten, wie die politischen Überlegungen und Entscheidungen, auf die es unmittelbar beeinflussen könnte.

Auch die Bedingungen der Kriegsführung / Kampfhandlungen hatten sich seit dem Weltkrieg radikal geändert.

Die Zufügung und Weiterentwicklung neuer Waffen wie Hubschrauber- und Raketentechnologie sowie die Aussicht auf einen groß angelegten taktischen Einsatz von atomaren, biologischen und chemischen Waffen (ABC) auf dem Schlachtfeld haben die etablierten gepanzerten und mechanisierten Plattformen überarbeitet und andere häufig neuentwickelte wurde, um sich an die zu erwartenden apokalyptischen Bedingungen anzupassen, die während des kommenden Grosskriegs herrschen würden.

In diesem Zusammenhang bot die militärische Technologieentwicklung des Kalten Krieges die Möglichkeit, einige Spezialfahrzeuge hinzuzufügen, die heute Wahrzeischen in unserer modernen Kriegsführung sind, aber gleichzeitig das Auslaufen anderer gut funktionierender Waffen markierten, die für die neuen Konfliktszenarien nicht mehr geeignet waren.

Auch hier begannen die gegnerischen Militär-Blöcken bereits im Zusammenhang mit ihrer Einführung einen technologischen Wettlauf mit einer raschen Materialentwicklung und der häufigen Aufdatierung von Waffensystemen, schon bei Ihrer Introduktion.

Panzer als Instrument staatlich autorisierter Gewalt.

In die Geschichte der WAPA-Panzereinheiten ist auch das Kapitel über die Funktion von Panzerkräften als militärisches Schlüsselinstrument für die ideologische kompartimentierung der Zivilbevölkerung der sozialistischen Staaten im Rahmen des Ostblocks eingegangen.

Unter den kommunistisch-sozialistischen Staaten des Ostblocks war die Sowjetunion der wichtigste Motor und Machtfaktor, und der Kreml würde einen langen Weg zurücklegen, damit die sowjetische Interessensphäre zu einem synchronisierten, sozialistischen Paradies des bedingungslosen ideologischen Zusammenhalts wurde.

Die sowjetischen politischen, wirtschaftlichen und Militärische Direktiven, und mit der Gründung des Warschauer Paktes im Jahr 1956, waren unter den sieben anderen Mitgliedstaaten jedoch noch lange nicht vorbei, wenn sie die Dikate in einem skeptischen Hinterland zusetzen sollten, was oft fatale Folgen für die schwindende heimische Wirtschaft hatte.

Gepanzerte und mechanisierte Einheiten waren daher auch Schlüssel- instrumente zur Bekämpfung der Volksaufstände in Mittel- und Osteuropa. Die größeren zwischenstaatlichen Souveränitätsverletzungen, wie zum Beispiel Der harte Schlag der Sowjetunion gegen den Aufstand in der DDR im Juni 1953, die blutige Säuberung des ungarischen Aufstands im Oktober und November 1956 und die Intervention der "Bruderschaft" in der Tschechoslowakei, nachdem der Staat versucht hatte, mit der WAPA und dem sowjetischen Kurs zu brechen, zusätzlich zum "Frühling in Prag" im August 1968. Im Jahr 1980 hielt WAPA groß angelegte Landungsübungen in Polen, nachdem die Gewerkschaft Solidarität und Papst Johannes Paul II. die Freiheit der Polen erweckt hatten. Nach den Übungen wurde ein militärischer Notfall eingeleitet.

Aber auch als staatlich autorisierte Gewaltinstrumente für die interne Kontrolle der eigenen Landsleute, während der Dutzende lokaler Aufstände und Streiks in einzelnen WAPA-Mitgliedstaaten, als sich der sichere, aber autoritäre Rahmen des Sozialismus verschärfte und die unerfüllten Versprechen und abrupten Bedingungen für die Bevölkerung zu viel wurden.